300 beim Lesertreff
Uslar, 18. August 2026. Wie lief die Diskussion der Bürgermeisterkandidaten in Uslar? Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) überzeugte beim HNA-Lesertreff am 18. August im Gymnasium mit seinem beruflichen Werdegang als Volljurist, spielte seine Erfolge aus und nannte konkrete Ziele.
Die drei Herausforderer kritisierten naturgemäß den Bürgermeister, mussten aber einräumen, dass die Stadt insbesondere bei Bildung gut aufgestellt ist.
Los ging es mit der Frage der HNA nach Wünschen, wenn man nicht auf Geld gucken müsste. Marlon Weifenbach und Angelo Pape (SPD bzw. Linke) präferierten eine eigene städtische Wohnungsbau-Gesellschaft, Stefanie Kurz (Einzelbewerberin) eine bessere Infrastruktur und Torsten Bauer mehr Räume, damit sich Menschen begegnen und der Zusammenhalt gestärkt wird.
Sind die Grundlagen gut, oder besteht eher Nachholbedarf? Der SPD-Kandidat plädierte unter anderem für eine Verstärkung des Bauhofs, um die Innenstadt sauberer zu machen. Wie er sprachen sich die Einzelbewerberin und der Linken-Kandidat dafür aus, ein Regionales Versorgungszentrum einzurichten, weil Ärzte oft nicht mehr bereit seien, sich mit einer Praxis niederzulassen. Die Antwort auf eine Frage nach der Finanzierung blieb vage.
Torsten Bauer erwähnte die Rückführung der Schulden, die Fortführung der Stadtsanierung und das Kreieren neuer Perspektiven.
Bei der Digitalisierung sprach Weifenbach über Priorität für die Kernstadt, während Torsten Bauer gleiche Rechte von Uslar und Dörfern sieht.
Was die Dauer von Reparaturen von Straßen anging, will Stefanie Kurz die bestehende Prioritätenliste neu überdenken. Linken-Kandidat Pape sah das Problem in Bürokratie. Torsten Bauer riet dazu, die Prioritätenliste abzuarbeiten: “Aber dazu sind Entscheidungen des Rates erforderlich, und die sind leider oft ausgeblieben.”
Beim Thema Verkehr sprach sich Torsten Bauer für eine Umgehung der B241 für Uslar und die Weiterführung zur B80 aus. Auch der ÖPNV sei wichtig.
Was wird für die Jugend getan? Torsten Bauer nannte sein Ziel eines Jugendzentrums im ehemaligen TÜV-Gebäude, das aber in der städtischen Gremien nicht vorangekommen ist.
Es ging auch um die Liquidation der Bergbräu-Bräuerei, wobei der Linken-Kandidat meinte, der Eigentümer habe Kündigungen bewusst herbeigeführt. Zur Diskussion standen darüber hinaus zahlreiche Themen, unter anderem auch Klimawandel, Hochwasserschutz, Steuern, Wirtschaftsförderung, Tourismus oder Vermüllung. Fragen kamen aus der HNA-Leserschaft und dem Publikum. An die 300 Menschen nahmen an dem Lesertreff teil. Zu den Fragestellern gehörten unter anderem auch drei CDU-Stadtratskandidaten, Katherina Mainhardt (Uslar), Benjamin Olschewski (Fürstenhagen) und Uwe Dickhut (Offensen).